Ein Blick hinter die Kulissen: Teil II - „Leichtes Mädchen“=„leichte Rolle“ ???

Als „Cross-Over von Sherlock Holmes und Jack the Ripper“ kündigte unsere Regisseurin das aktuelle Stück der Sandhäuser Bühne an. Wir waren alle sehr gespannt! Die weiblichen Mitglieder des Ensembles wähnten sich schon alle in einer Rolle als „leichtes Mädchen“ mit entsprechend „leichter Bekleidung“ (die tatsächlichen Stoffstücke waren dann auch wirklich „ungewohnt“…).

Nun, Anfang des Jahres verkündete Steffi dann die Anzahl und Verteilung der Rollen. „Die Rolle ist Euch ganz individuell auf den Leib geschrieben!“, versprach sie – und ich machte mir Gedanken, warum ich mit „Mary Gold“ eine Rolle als eine der Prostituierten bekommen hatte…

Nichtsdestotrotz begannen wir – wie immer – unsere Proben mit wenig Textkenntnis und viel Spaß. Je weiter wir fortschritten, desto sicherer, natürlicher und teilweise noch lustiger verliefen die Proben. Meine „Mary“ stellte sich nur als „Gelegenheitsprostituierte“ heraus, die sich neben ihrer offiziellen Arbeit als Näherin etwas hinzuverdienen muss, da ihr Verlobter „Ben“ das verdiente Geld immer schnellstens ins Wirtshaus trägt. In die Rolle der „Mary“ hineinzufinden, gelingt mittlerweile immer besser, vermutlich auch, weil in mir selbst doch einiges von ihrer schnippischen Art steckt (und das war wohl mit „auf den Leib geschrieben“ gemeint :-)). Besonders die Szenen im Schlagabtausch mit „Ben“ oder gegen Ende bei der Nachstellung des Mordes machen mir persönlich Spaß. Schwieriger war das Einstudieren des „Nuttenliedes“ zwischen 1. und 2. Szene – Singen gehört nunmal nicht zu meinen und offenbar auch nicht zu Marys Stärken...

Wer aber welche Stärken oder Mordmotive hat und (im wahrsten Sinne des Wortes) welche Rolle in diesem kriminalistisch-humorigen Stück spielt, davon sollten Sie sich am besten selbst überzeugen…