Cinderella (2016)

 

Wir, Robin Hood und Maid Marian, wollen Euch heute eine Geschichte erzählen: die Geschichte von Cinderella.
Wie alle Märchen, beginnt auch dieses Märchen so:

 

Es war einmal vor langer, langer Zeit, in einem weit entfernten Land, dem Märchenland. Dort lebte Prinz Edelmut, der so gar nicht prinzenhaft sein wollte. Anstatt seinen Pflichten nachzukommen, spielte er lieber an seinem Computer. Was auch immer seine Mutter, die weise Königin, tat, Edelmut wollte einfach kein Prinz sein und schon gar nicht heiraten.

Doch es war an der Zeit, der Prinz musste heiraten - natürlich eine Prinzessin. Die Königsmutter setzte alles daran, dass aus Edelmut ein richtiger Prinz würde. Darum rief sie den königlichen Einladungskartendrucker, auf dass alle unverheirateten jungen Frauen ins Schloss zu einem Maskenball kämen, damit der Prinz sich unter ihnen seine Frau suchen könne.

 

Währenddessen schrubbte am anderen Ende des Königreiches Cinderella den Küchenboden einer alten Burg. Cinderellas Mutter war vor einigen Jahren gestorben und sie lebte nun hier mit ihrer neuen Familie. Die neue Frau ihres Vaters konnte ihr die leibliche Mutter aber nicht ersetzen, denn sie war nicht sehr nett zu Cinderella.
Oft war sie deshalb sehr traurig.

Da Cinderellas Vater aber als Graf nur selten zu Hause war, ließ er sie oft mit ihrer reizend aussehenden Stiefmutter und den zwei wunderhübschen Stiefschwestern allein.  Doch der Schein trügte, die Stiefmutter und die Stiefschwestern waren sehr böse. Kaum war der Vater aus dem Haus, zeigten die drei ihr wahres Gesicht. Allein auf das Vermögen des Grafen waren sie aus, Shopping ihre große Leidenschaft. Cinderella akzeptierten sie nicht als ihre Anverwandte, sie ließen sie in Haus und Garten tagein tagaus schwer arbeiten.

Alle und jeden nutzten diese bösen Weiber aus, sogar Hans im Glück, der ihnen immer ihre Einkaufstüten schleppen musste. Doch da Cinderella ein gutes Herz hatte und weil sie ihrem Vater nicht die neue Frau madig machen wollte, ließ sie alle Gemeinheiten über sich ergehen.

 

Eines Tages kamen der Herold und sein Gehilfe in die Burg, um von einer frohen Kunde zu berichten. Der Herold aber hatte eine Kehlkopfentzündung und konnte nicht sprechen, sodass sein Gehilfe nicht wusste, was er eigentlich zu vermelden hatte.  Und so mussten Cinderella und die Stiefverwandten raten, was wohl die Botschaft sei.

Endlich hatten sie erraten, was die Botschaft war: Die Königsfamilie lud alle unverheirateten Frauen des Märchenlandes zu einem Tanzball! Die Stiefschwestern waren hellauf begeistert, denn sie ahnten, dass der Prinz sich auf diesem Ball seine Braut suchen würde. Sie wollten die Schönsten auf dem Ball sein und den Prinzen heiraten, um Königin von Märchenland zu werden. Da rief die Stiefmutter sogleich das Rotkäppchen und den Gestiefelten Kater herbei, denn jeder im Märchenland wusste, dass diese die schönsten Kleider und Schuhe verkauften. So kleideten die beiden die Stiefschwestern ein, und ihre Kleider waren die edelsten, die Cinderella je erblickt hatte.

 

Cinderella wollte natürlich auch auf den Ball gehen. Als ihre Stiefmutter das hörte, wurde sie sehr böse, denn sie gönnte Cinderella nicht das kleinste Vergnügen und schon gar nicht die
Möglichkeit, den Prinzen kennen zu lernen. Sie ahnte, würde er die wunderschöne Cinderella erblicken, wäre es um ihn geschehen. Daher dachte sie sich ganz gemeine Aufgaben für Cinderella aus, sodass diese keine Zeitfinden sollte, zum Ball zu gehen. Damit Cinderella nicht heimlich wegrennen konnte, fragte die Stiefmutter die Knusperhexe um Rat.
Mit klebrigen Zuckerschnüren und einem herrlich süßen Lolli wurde Cinderella dingfest gemacht. Da konnte auch das herbei gekommene Dornröschen, Cinderellas beste Freundin, nicht helfen, denn wie immer fiel Dornröschen bei zu viel Aufregung in einen tiefen, tiefen Schlaf.

 

So blieb Cinderella allein zu Haus, während das ganze Königreich sich auf den Weg machte, den Ball zu besuchen. Doch Robin und ich beobachteten das Geschehen und weil wir tiefes Mitleid empfanden, rief Robin kurzerhand bei der guten Fee an, um Hilfe für Cinderella herbeizuholen.  Da aber die gute Fee in Urlaub war, schickte man eine junge Zauberin namens Hermine, um Cinderella zu helfen. Mit einem kleinen Zaubertrick löste Hermine die Zuckerschnüre. Doch in ihren alten, zerlumpten Kleidern konnte Cinderella unmöglich zum Ball gehen. Mit einem mächtigen Zauber, unterstützt von allen Kindern des Märchenlandes, verwandelte Hermine Cinderellas Lumpen in ein traumhaftes Ballkleid.


Da der Ball schon begonnen hatte, musste Cinderella schnell ins Schloss kommen. Noch einmal nahm Hermine all ihre magischen Kräfte zusammen und aus dem Kamin in der Küche wurde ein Teleporter. Die Zeit drängte, schließlich würde der Zauber nur bis Mitternacht andauern. Zur Sicherheit lieh Hermine Cinderella ihr Handy – falls sie in Schwierigkeiten geraten sollte. Mit einem lauten Knall und einem großen Wusch war Cinderella im Ofen verschwunden und auf dem Weg ins Schloss zum Ball.

 

Im königlichen Schloss war der Ball unterdessen bereits in vollem Gange. Plötzlich war ein lautes Getöse im Ballsaal zu hören. Mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen marschierten vier der sieben Zwerge herein. Sie hatten sich in der Adresse geirrt, die drei anderen Zwerge waren wohl wissend nicht mitgekommen. Sie hatten ein wenig Angst, Schneewittchen könnte von ihrem Fehler Wind bekommen, denn sie war sehr streng mit den Zwergen. Schon kam Schneewittchen und holte sie erbost ab. Zerknirscht verließen die Zwerge den Ball. Diesen Tumult wollte der Prinz gerade nutzen, um den Ball, auf den er so gar keine Lust hatte, zu verlassen, als eine wunderschöne fremde Frau eintrat. Es war Cinderella, die in ihrem Ballkleid so schön war, dass selbst ihre eifersüchtigen Stiefverwandten sie nicht erkannten. Cinderella und der Prinz tanzten die ganze Nacht. Sie war so glücklich, dass sie alles um sich herum vergaß - auch Hermines Warnung, pünktlich um Mitternacht zu Hause zu sein. 

Erschrocken versuchte Cinderella, Hermine über das Handy zu erreichen. Doch Hermine ging nicht ans Telefon und Cinderella musste überstürzt aufbrechen, wobei sie in der Eile Hermines Handy verlor. Schon bald war das Mädchen, dessen Namen Edelmut noch nicht einmal kannte, aus seinen Augen entschwunden. Doch er fand das verlorene Handy und versuchte nun mit dessen Hilfe, die unbekannte Schöne ausfindig zu machen. Viele Stunden verbrachte Edelmut verzweifelt mit dem Handy, bis es endlich klingelte und Hermine am anderen Ende zu hören war. Sie vereinbarte mit Edelmut ein Treffen und versprach ihm, Cinderella ausfindig zu machen.

 

Währenddessen waren die Stiefmutter und die Stiefschwestern nicht gerade begeistert von dem Ausgang des Abends. Sie waren zutiefst enttäuscht, dass sie nicht einmal mit dem Prinzen getanzt hatten. Ihr ganzer Zorn galt der unbekannten Schönen, die das Herz des Prinzen im Sturm erobert hatte.

Plötzlich standen Hermine und der Prinz persönlich in der Burgküche und verlangten Cinderella zu sehen. Natürlich leugneten die Stiefmutter und ihre Töchter die Existenz von Cinderella, doch mit Hilfe von Robin und mir nahm die Geschichte doch noch ein gutes Ende - zumindest fast...

Denn es endete nicht so, wie es in alten Märchen üblich ist.

 

Eines aber sei verraten: Am Ende feierte ganz Märchenland ein großes Fest …

 

... Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute.