Les Miserables (2014)

 

 

Unter den aufmerksamen Augen des Gefängniswärters Javert hat Jean Valjean 19 Jahre bei den Galeeren in Toulon verbracht. Für ein Verbrechen, für das er sich noch immer rechtfertigt. Vor 19 Jahren stahl er Brot für seine Schwester und ihr hungerndes Kind.

Nun soll er endlich freikommen, Valjean will ein neues Leben beginnen. Doch der gelbe Pass, das Zeichen für Verbrecher und seine Gefangenennummer 24601 auf seiner Brust brandmarken ihn als Aussätzigen der Gesellschaft. Verzweifelt auf der Straße zusammengebrochen findet ihn der Bischof von Digne, der Valjean Obdach für die Nacht gewährt. Der Bischof ist der erste, der Valjean als Menschen sieht. Am fein gedeckten Tisch lässt der Bischof dem ehemaligen Gefangenen ein Mahl auf seinem Silbergeschirr servieren. Eine Versuchung, der Valjean nicht widerstehen kann. In der Nacht schleicht er sich aus seiner Kammer, ergreift das Silber und die Flucht. Doch schon nach wenigen Straßenbiegungen läuft Valjean Javert in die Arme. Dieser erkennt das Silber und bringt den Dieb zurück zum Bischof. Im Hause des geistlichen ist der Diebstahl des Silbers bereits bemerkt worden, doch zur Verwunderung aller erklärt der Bischof, dass das Silber ein Geschenk für Monsieur Valjean sei. Mit dem Silber schenkt der Bischof Valjean die Möglichkeit des Neuanfangs, die er sich immer gewünscht hat.

Noch Jahre irrt Valjean umher, ohne unter Hunger leiden zu müssen, aber auch ohne einen Platz zu finden, den er zu Hause nennen kann. Schließlich kommt er in dem kleinen Ort Montreuil-sur-Mer an. Ein Haus war dort in Brand geraten und in einer tollkühnen Aktion rettet Valjean die im Haus gefangenen Kinder. Im daraufhin entstehenden Trubel wählen die Bürger Valjean zum Bürgermeister. Alles scheint perfekt zu sein, bis sich der Polizeichef vorstellt - es ist Javert. Doch er erkennt seinen ehemaligen Gefangenen nicht und Valjean ergreift die Chance. In der Glut des brennenden Hauses verbrennt er seinen gelben Pass und beginnt unter dem Namen Madeleine seine Arbeit als Bürgermeister.

 

In dem kleinen Dorf arbeitet auch die hübsche Fantine. Als man in der Fabrik herausfindet, dass sie ihre uneheliche Tochter Cosette im Wirtshaus der Thenardiers vor den Arbeiterinnen versteckt, wird sie sofort entlassen. Um die horrenden Forderungen der Wirtsleute trotzdem erfüllen zu können, verkauft Fantine ihr Hab und Gut – und am Ende auch ihren Körper.

 

Von den Entbehrungen ausgezehrt findet Valjean Fantine, die von Javert gerade wegen Angriffs auf einen Freier inhaftiert werden soll. Valjean setzt sich für ihre Freilassung ein. Als Fantine an ihm zusammenbricht, ihm dabei das Hemd zerreist, sodass Javert im Bürgermeister seinen entflohenen Häftling erkennt. Dieser flieht mit der Kranken und nimmt ihr auf dem Sterbett das Versprechen ab, sich um ihre Tochter Cosette zu kümmern.

 

Von Javert verfolgt erreicht Valjean das heruntergekommene Wirtshaus der Thenardiers, in welchem Fantines Tochter verwahrlost und wie eine Magd arbeiten muss. Gegen eine hohe Geldzahlung lässt das Wirtsehepaar die Kleine mit Valjean gehen. Doch der Deal kommt sie teuer zu stehen: Javert inhaftiert Thenardier für neun Jahre wegen Kinderhandels und Unterbringung eines flüchtigen Gefangenen, nachdem Valjean ihm abermals um Haaresbreite entkommen ist.

 

Neun Jahre lang hat Valjean mit Cosette versteckt in einem Kloster gelebt, nun führen sie ein verstecktes Dasein in der Großstadt von Paris. Auch dieThenardiers hat es mit ihren drei Kindern Eponine, Azelma und Gavroche in die Hauptstadt verschlagen, wo sie als Diebesbande ihren Lebens-unterhalt bestreiten. Im Elendsviertel von Paris trifft die älteste Tochter der Thenardiers, Eponine, den Studenten Marius wieder, in den sie heimlich verliebt ist, dieser hat jedoch nur Augen für Cosette, die mit Valjean unter dem Namen Faunchlevent mit Almosen verteilt. Thenardier erkennt in ihm den Mann, den er für seine Misere verantworlich macht. Als es zu Handgreiflichkeiten kommt, ruft Cosette den Inspektor herbei – der sich als Javert vorstellt. Valjean ergreift zwar sofort die Flucht, doch Thenardier berichtet dem Inspektor sofort von dem Entflohnenen Gefangenen.

 

Die jüngste Tochter der Wirtsleute hat sich unterdessen von der Familie losgesagt und Zuflucht bei ihrem jüngeren Bruder Gavroche sucht, der für den Studenten und Anführer des revolutionären ABC-Caffes Enjolras Informationen über den Zustand von General Lamarque sammelt. Mitten in ein Treffen der Revolutionäre, zu denen auch Marius gehört, stürzt Azelma und vermeldet den Tod des Generals. Für die Studenten ist nun die Zeit gekommen, auf die Straßen zu gehen. Marius jedoch sucht nach Eponine, um das Mädchen aus dem Armenviertel wieder zu finden. Diese erkennt, dass Marius sie nie beachten wird und bringt Marius gegen einen freien Wunsch zu Cosette.

 

Hinter den Mauern des Hauses beginnt Cosette an ihrem Leben und an der Ehrlichkeit ihres Vaters zu zweifeln. Als Marius sie findet, ist Cosette überglücklich und führt ihn hinter Haus, hoffend, dass ihr Vater dies nicht bemerkt.Thenardier hat ebenfalls die Adresse des hauses herausgefunden und will es nun mit dem Dieb Montparnasse Valjean ausrauben. Um Marius zu schützen, entscheidet sich Eponine dazu, sich gegen ihren Vater zu stellen und ruft um Hilfe. Sie und Marius fliehen gerade in dem Moment, als Valjean, aufgeschreckt durch den Tumult aus dem Haus kommt. Er glaubt nun, dass Javert ihn entdeckt hat und bereitet unverzüglich die Überfahrt nach England vor. Marius kehrt zurück und erfährt von Cosettes misslichen Lage. Er versucht, ebenfalls eine Überfahrt finanziern zu können, doch sein mit ihm zerstrittener Großvater verweigert ihm das Geld. In einem Brief teilt Marius seiner Geliebten mit, dass er lieber auf den Barrikaden sterben werde, als ohne sie zu Leben. Als Valjean diesen Brief liest, entscheidet er sich dazu, ebenfalls auf die Barrikaden zu gehen, um seiner Tochter die Liebe ihres Lebens zurückzubringen.

 

In den Straßen von Paris bauen die Studenten um Enjolras euphorisch die erste Barrikade. Ungewiss jedoch ist die Reaktion der obrigkeit. Um mehr über das Aufkommen von Gendarmen zu erfahren, schickt Enjolras einen Neuankömmling, den verkleideten Javer, der sich unter die Revolutionäre gemischt hat, um Neues zu erfahren. Er wird jedoch von Gavroche enttarnt und gefangen genommen. Währenddessen sammeln sich auf der anderen Seite die Soldaten, um die Barrikade im Sturm zu nehmen. Auch Eponine ist inzwischen an der Barrikade angekommen, fest entschlossen mit Marius in den Tod zu gehen.Der Angriff beginnt, doch durch die Geistesgegenwart Marius wird der Angriff abgebrochen. Eponine jedoch hat einen Schuss, der Marius treffen sollte, auf sich gelengt und stirbt nun in seinen Armen.

 

Daraufhin kommt Valjean auf die Barrikade, um seinen Schwur wahr zu machen. Doch als er an den Barrikaden ankommt, findet er den Gefangenen Javert vor. Unter dem Vorwand, eine alte Rechnung begleichen zu wollen, bringt Valjean den Inspektor von den Barrikaden und ermöglicht ihm daraufhin die Flucht. Den Studenten ist unterdessen die Munition ausgegangen, woraufhin Gavroche den Schutz der Barrikade verlässt, um Kugeln aufzusammeln. Die Gendarme und Soldaten ercshießen den Jungen jedoch sofort, was den Zorn der Revolutionäre überschäumen lässt. Sie beginnen einen neuen Angriff, bei dem alle Studenten ihr Leben verlieren, nur Marius wird von Valjean schwer verletzt von der Barrikade gerettet. Auf der Suche nacheinem Fluchtweg trifft Valjean ein letztes Mal auf Thenardier, der glaubt, Valjean habe Marius des Geldes wegen ermordet. Um daraus Profit schlagen zu können, nimmt Thenardier den Siegelring des Verletzten an sich. Mit der Hilfe Javerts kann Valjean Marius zu seinem Großvater bringen. Javert jedoch kann und will nicht in der Schuld eines Gefangenen leben und nimmt sich das Leben.

 

 

 

Die Revolution gehört der Vergangenheit an, auch Marius Verletzungen sind beinahe genesen, doch seine Selbstvorwürfe, als einziger seiner Freunde überlebt zu haben, treiben Marius immer wieder zu den Barrikaden zurück, wo er sich den Verstorbenen am nächsten fühlt. Einzig Cosette vermag es, ihn wieder in die Wirklichkeit zurückzuholen, obgleich sie weiß, dass sie Marius immer mit den Schatten der Erinnerungen an die Aufstände teilen muss.

 

Doch das Leben beginnt wieder seinen gewohnten Gang zu nehmen: Während die Hochzeitsvorbereitungen anstehen, kommt es endlich zur Aussprache zwischen Marius und seinem Großvater. Zwar können sie sich auf politischer Ebene noch immer nicht einigen, doch sie räumen ihren Streit zumindest so weit aus der Welt, alsdass Marius mit der Hochzeit mit Cosette wieder als Erbe anerkannt wird und fortan auch den Baronentitel führen darf.

 

Valjean allerdings plagen Zweifel, ihm ist nicht wohl dabei, alle weiter anzulügen. Um sein Gewissen zu erleichtern, sucht er das Gespräch mit Marius und erzählt seine Geschichte, gesteht seine Vergangenheit. Marius zeigt sich schockiert darüber, man einigt sich darauf, dass es für alle Beteiligten das Beste ist, wenn Monsieuer Faunchelevent alias Jean Valjean sich zukünftig von Cosette fernhält. So verlässt Valjean schweren Herzens noch vor der Hochzeit ohne ein Lebewohl seine Cosette.

 

Thenardier hat unterdessen seine Frau und seine Tochter Azelma gefunden, die mit seinen Diebereien während der Aufstände zu Geld gekommen sind. Seinen größten Clou will Thenardier jedoch auf der Hochzeit des Baron Pontmercy landen, wo er mit Hilfe des Siegelrings Jean Vaaljean als Mörder enttarnen will. Marius ist bereit, das von Thenardier geforderte Geld zu zahlen, glaubt er doch, die ganze Geschichte um seinen Schwiegervater zu kennen. Als Thenardier den Siegelring als Beweis hervorzieht, dämmert Marius, dass er Valjean sein Leben zu verdanken hat und seinen Lebensretter des Hauses verwiesen hat. Sofort eilen Cosette und Marius zu Valjean, der jede Lebenskraft verloren hat und im Sterben liegt. Mit letzter Kraft schließt er seine Kinder in die Arme, bevor er mit Fantine ins Reich der Toten einzieht.